Lust.Spiel probt das liderliche Leben in der Oststeirerhalle Pischelsdorf

Ort: Die Pischelsdorfer Oststeirerhalle. Zeit: 30. Dezember, 17 Uhr. Lage: Angespannt: WIR OSTSTEIRER durften die Theatergruppe Lust.Spiel Pischelsdorf bei der Generalprobe ihres aktuellen Stücks “Der böse Geist Lumpazivagabundus” besuchen und ein bisschen Theaterluft schnuppern.

Backstage geht es schon richtig zur Sache. Da wird geschminkt, letzte Hand an Kostüme und Bühnenbild gelegt und die eine oder andere Textstelle noch einmal geprobt. Während der Feenkönig seinen Mantel sucht und der Schuster Knieriem eine Platzwunde auf die Stirn gemalt bekommt, treibt sich Lumpazi bereits auf der Bühne herum und macht Schabernack.

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“Wie richtet’s denn ihr mich her?” Vereinsobmann Siegi Schwarz verwandelt sich in den abgewirtschafteten Schuster Knieriem.
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Der Feenkönig hat seinen Mantel gefunden. Marvin Sailer spielt den, laut Eigendefinition, “Obermacker im Feenreich, der für Ordnung sorgt da oben”.

Helmut Strempfl geht in seiner Rolle als Lumpazivagabundus richtig auf. Auch in den Probenpausen ist er derjenige, der die Truppe mit allerlei Blödsinn unterhält. “Lumpazi ist einer, der alle zum liderlichen Leben verführt – spielen, trinken und ins Computerkastl reinschauen,” erklärt Helmut.

In Nestroys Originalversion des Stücken hat das “Computerkastl” natürlich noch keinen Platz – 1833 waren eher die Spielkarten aktuell. Den Gegenwartsbezug hat Sigmut Wratschgo dem Stück verpasst. Sie hat das Stück für die Pischelsdorfer Truppe adaptiert. “Nestroy im Original zu spielen, kann man einer Amateurtheatergruppe nicht zumuten. Das funktioniert nicht einmal bei den Profis immer!”, meint sie.

Dabei geht es bei den Pischelsdorfern höchst professionell zu. Mittlerweile hat sich auch Lumpazi Helmut ein bisschen beruhigt und alle versammeln sich zum ultimativen Motivationsaustausch vor der Bühne. “Toitoitoi” wünscht man sich in Schauspielerkreisen.

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Alle angetreten – gleich kann die Generalprobe losgehen.
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Toitoitoi – das dreimalige über-die-Schulter-Spucken bringt den Schauspielern Glück. Da ist sogar der böse Geist Lumpazivagabundus ganz brav dabei!

“Fortuna” Maria Spörk ist nicht nervös: “Die Generalprobe muss sowieso schiefgehen, dann wird die Premiere umso besser,” verrät sie. Die größte Hürde, gesteht Maria, ist nicht der Text, sondern der Aufstieg ins Feenreich. “Wir spielen auf einem Gerüst, und hoch geht es auf einer schmalen Leiter – mit dem langen Kleid, das ich trage, gar nicht so einfach!”

Auch das jüngste Ensemble-Mitglied hat die Leiter zum Feenreich bereits erklommen. Christina Strempfl ist 10 Jahre alt und spielt eines der Teufelchen, die im Dienst von Lumpazi stehen. “Die Teuferln haben am meisten zu tun!”, erklärt sie stolz.

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Christina ist mit ihren 10 Jahren das Ensemble-Küken, aber spielen kann sie schon fast wie ein Profi.

Wenige Momente noch, dann öffnet sich der Vorhang zum letzten Mal ohne Publikum. Das Licht geht aus, die Musik setzt ein – es geht los!


 

Mehr verraten WIR OSTSTEIRER euch selbstverständlich nicht. Nur so viel: Wer sich den bösen Geist Lumpazivagabundus in Pischelsdorf anschauen will, sollte gut trainierte Lachmuskeln mitbringen. Fad wird es bestimmt nicht!

Termine

“Der böse Geist Lumpazivagabundus” der Theatergruppe Lust.Spiel Pischelsdorf läuft von 1. bis 6. Jänner in der Oststeirerhalle.

Premiere: 1. Jänner um 18 Uhr (ausverkauft)
3. Jänner um 15 Uhr und um 19.30 Uhr
5. Jänner um 19.30 Uhr
6. Jänner um 15 Uhr

Platzreservierungen unter www.lustspiel-pischelsdorf.at oder unter 0681/81 72 73 80 (zwischen 16 und 20 Uhr).