Sie hat einen Welpen bei sich aufgenommen – jetzt will sie ihn möglichst schnell wieder los werden

Die Gleisdorferin Ursula Marterer ist das, was man landläufig als “tiernarrisch” bezeichnet. In ihrem Garten tummeln sich zwei Hängebauchschweine und zwei Laufenten. Seit einigen Tagen vervollständigt ein weiterer Vierbeiner den kleinen Zoo: Ashley, eine dreieinhalb Monate alte Mischlingshündin aus Bulgarien.

Ursula ist Ashleys Pflegemama. Über den Verein Stibis Hundeparadies ist Ashley zu Ursula und ihrer Familie gekommen und wartet nun darauf, einen fixen Platz bei neuen Besitzern zu bekommen. WIR OSTSTEIRER haben Ursula und Ashley besucht.

Ursula und ihr Pflegehund Ashley. Die Kleine soll möglichst bald liebevolle Besitzer bekommen.

Wenn der Schwanz mit dem Hund wedelt

Kaum hat Ursula die Tür geöffnet, saust auch Ashley schon heran und beäugt neugierig den Besuch. Sie ist merklich aufgeregt und kann sich nicht entscheiden, ob sie den Eindringling gleich von oben bis unten beschnuppern soll oder ob sie lieber aus sicherer Entfernung beobachten will. Kein Problem, Ashley, wir lassen dich einfach in Ruhe, bis du dich beruhigt hast, und unterhalten uns inzwischen mit deiner Pflegemama.

WIR OSTSTEIRER (WOS): Ursula, wie bist du auf die Idee gekommen, einen Pflegehund bei dir aufzunehmen?
URSULA: “Ziemlicht spontan. Seit zwei Jahren hätte ich gern wieder einen Hund. Mein Mann Christian mag Hunde zwar, aber nur, solange es nicht unsere eigenen sind. Schließlich bin ich auf die Idee gekommen, einen Pflegehund aufzunehmen. Damit war auch Christian einverstanden, solange der Hund nicht auf Dauer bei uns bleibt. Man kann so einfach helfen, und Ashley ist ja wirkich eine Süße.”

WOS: Was hast du für einen Eindruck von Ashley? Ihr kennt euch ja erst ein paar Tage. Wie läuft euer Alltag jetzt ab?
URSULA: Ashley ist ein Vorzeige-Familienhund, das ist fast schon kitschig. Sie ist bildhübsch, brav und verschmust und total anhänglich. Am liebsten würde sie bei uns im Bett schlafen oder auf der Couch, aber das darf sie nicht. So liegt sie halt vor dem Bett und begleitet mich nachts aufs Klo. Sie brauchte eine Bezugsperson und hat gleich herausgefunden, das Menschen doch was G’scheites sind.

 

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Wer kann einem solchen Blick schon widerstehen?

Ins Herz geschlossen

Die Süße hat es sich mittlerweile bei ihrem Frauerl gemütlich gemacht und lässt sich genüßlich streicheln. Sie genießt offensichtlich die gute Behandlung, die sie hier in ihrer Pflegefamilie erfährt.

Ursulas Tochter Emilie war gleich von der Idee begeistert, einen Hund in Pflege zu nehmen. Sie würde Ashley am liebsten behalten: „Sie ist so süß!“ Und wenn sich ein neuer Besitzer für Ashley findet? „Dann bin ich froh, dass sie jemanden gefunden hat.“ Auch der fünfjährige Benjamin ist angetan von Ashley.

Nur der Jüngste, Leo, kann sich nocht nicht ganz mit dem neuen Hausgenossen anfreunden, erzählt Ursula: “Leo hat Angst vor ihr. Er kennt bisher nur den Hund meiner Mama, und der ist recht wild und aufgedreht. Das mag er nicht.” Darum war es Ursula auch wichtig, einen Welpen aufzunehmen: “Man weiß nicht, was ein Hund mitgemacht hat und wie er auf Kinder reagiert, wenn er schon älter ist.”

 

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Familienanschluss: Nicht nur Ursula, auch Tochter Emilie hat Pflegehund Ashley schon ins Herz geschlossen.

Noch viel zu lernen

Mitgemacht dürfte auch Ashley in ihrem jungen Leben schon einiges haben. Der Mürztaler Verein Stibis Hundeparadies hat sie aus Bulgarien nach Österreich gebracht. Der Verein holt Hunde aus bulgarischen und rumänischen Tötungsstationen oder von der Straße, sorgt dafür, dass die Tiere geimpft, kastriert und gechipt werden und sucht einen Pflegeplatz für sie. Von dort werden die Tiere an ihre endgültigen Besitzer weitervermittelt. Die Kosten für Tierarzt, Transport, Futter und Unterbringung finanziert der Verein mittels Spenden.

Für Ursula und Ashley geht es jetzt darum, einen guten Platz für die entzückende Mischlingshündin zu finden. “Ich wünsche mir, dass sie zu einer Familie mit Kindern darf,” meint Ursula. “Sie ist so kinderlieb!”

Bis es so weit ist, darf Ashley noch viel lernen: Mit Emilie kuscheln, sich bei den Hängebauchschweinen im Garten Respekt verschaffen und brav auf’s Klo gehen. Ganz stubenrein ist die junge Dame nämlich noch nicht. “Sie hat bisher nur draußen gelebt und kennt das noch nicht. Aber es wird – Welpen in dem Alter brauchen noch ein bissl Training,” mein Ursula. “Man merkt gleich, wenn sie sich irgendwo hin verzieht, dass es dringend wird. Sonst weicht sie mir nämlich nicht von der Seite!”

Trotz “Lackerln” wird Ursula die kleine Fellnase vermissen, wenn sie ihre neuen Besitzer gefunden hat. Aber: “Ich hab mich drauf eingestellt, sie wieder herzugeben, und werde sicher wieder einen Pflegehund aufnehmen.”


Kontakt

Wenn du dich in Ashley verliebt hast und sie bei dir aufnehmen möchtest, kannst du Ursula hier kontaktieren, um Ashley näher kennenzulernen

Wenn du auch einem Hund einen guten Pflegeplatz geben möchtest, setz dich mit Stibis Hundeparadies in Verbindung. Vor allem in der Steiermark, in Kärnten und Niederösterreich werden dringend Pflegeplätze gesucht. Wenn du helfen möchtest, aber selbst keinen Hund aufnehmen kannst, freut sich der Verein über Futterpatenschaften, Sachspenden und finanzielle Unterstützung.